«Oh, tgei biala schibetta per la Laura»
«Oh, welch schöne Scheibe für die Laura»

Trer Schibettas, oder Scheibenschlagen, heisst der alte heidnische Brauch um den Winter zu vertreiben und die Mädchen zu umschwärmen.

 

Trer Schibettas ist ein Brauch der immer am ersten Samstag in der Fastenzeit stattfindet. Mit den glühenden Scheiben wollten die Bewohner der Bergdörfer den Winter vertreiben. Mit den Jahren wandelte sich der Brauch und heute widmen die jungen Männer die Schibettas einem umschwärmten Mädchen.

 
 

In Dardin dürfen nur Schüler und ledige Männer am Spektakel teilnehmen. Die Wochenenden vor dem Ereignis gehören der Vorbereitung. Ein Stamm aus Erlenholz wird in 15 - 20 cm lange Stücke zersägt und in ca. 4 cm dicke Blöcke gespaltet. Nun wird in der Mitte ein Loch gebohrt und mit dem Beil werden die Stücke wie Pyramiden zugeschnitten. Mit dem Zugmesser werden die Scheiben verfeinert und zuletzt bekommen sie mit der Klinge ihre runde Form. Anschliessend werden die einzelnen Scheiben an einer Schnur aufgereiht und zum trocknen aufgehängt.

 
 

Am Abend treffen sich die jungen Männer und steigen mit brennenden Fackeln, und den geschulterten Scheiben, auf den Hügel über dem Dorf. Ein grosses Feuer wird entfacht und nach vereintem Gesang werden die Scheiben an Haselnussstöcken zum Glühen gebracht, um sie anschliessend, nach einigen Schwüngen, über eine Rampe ins Tal zu schleudern. Jede Scheibe wird einem Mädchen gewidmet:

«Oh, tgei biala schibetta per la Laura»
«Oh, welch schöne Scheibe für die Laura»

Am Dorfrand wird ein kleines Festzelt aufgestellt und die Zuschauer werden mit Suppen, Würsten und Kuchen bewirtet. Die Würfe werden jeweils von den Mädchen und den Zuschauern kommentiert. Je weiter eine Schibetta fliegt, desto mehr freuen sich die Zuschauer und vor allem die Mädchen, denen die Scheibe gewidmet ist. Nachdem die letzte Scheibe ins Tal geschleudert wurde, treffen sich alle zu einem gemütlichen Beisammensein.

 
 
 

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